Albstadt-Tailfingen / Corcà

Im Nord-Südgefälle spielt sich die Lebenswelt und das künstlerische Schaffen von Bernd Zimmermann ab. Seine Vita ist schnell erzählt und lässt wenig unmittelbare Rückschlüsse auf seine Kunst zu. Geboren 1937 in Ebingen. Aufgewachsen in einer Familie, die von kaufmännischen Interessen geprägt war, zeigt er schon sehr früh künstlerische Ambitionen. Mit großer Begeisterung hat er schon als Kind modelliert und gezeichnet. Sein Zeichenlehrer Schwenk gibt ihm beim Verlassen der Ebinger Oberschule den gutgemeinten Rat mit auf den Lebensweg: "Du hast Talent, nütze es!" Doch davon konnte zunächst nicht die Redesein. In der schwierigen Zeit nach dem zweiten Weltkrieg konnte Bernd Zimmermann seinen Wunsch Künstler zu werden zunächst nicht verwirklichen. Der Familientradition entsprechend, machte er eine kaufmännische Lehre und übernahm das großväterliche Geschäft. Erst allmählich konnte er sich von den wirtschaftlichen und finanziellen Zwängen befreien, um sich dann ab 1975 wieder intensiv mit der künstlerischen Arbeit in seiner eigenen Werkstatt zu befassen. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Paulusgalerie, die seit den Jahren ihres Bestehens vielen Künstlern ein Forum geboten hat, ihre Werke auszustellen. Es entstanden wertvolle Kontakte und fruchtbare künstlerische Auseinandersetzungen. Ab 1978 ist dann auch eine rege eigene Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland zu verzeichnen. Seit 1979 ist Bernd Zimmermann Mitglied in der Künstlergilde Hechingen. Den Anstoß zum Fertigen von Holzschnitten sowie wichtige technische Hilfen verdankt er dem Öschinger Holzschneider Klaus Herzer. Zur zweiten Heimat ist für Bernd Zimmermann seit Beginn der 1980iger Jahre Corcá, ein kleines, geschichtsträchtiges Dorf in Katalonien, im Norden Spaniens, geworden. Dort erwarb er ein Haus, dessen Alter nicht genau zu bestimmen ist, dessen Grundmauern aber vermutlich noch vorchristlichen Ursprungs sind. In diesem zauberhaften Ambiente gewinnt er die schöpferische Kraft zur Umsetzung seiner künstlerischen Visionen. Das mediterrane Klima, die Faszination von Land und Leuten, Häuser und Meer regt dabei die Sensibilität in kreativer Weise an. Es scheint der geeignete Nährboden zu sein, der geradezu dafür prädestiniert ist, Künstler hervorzubringen. Denken wir dabei nur an die großen Katalanen Miró, Dalí, Tapies u.a.. Kunst und Kunsthandwerk haben Tradition in Katalonien. Inzwischen existieren viele freundschaftliche Beziehungen mit katalanischen Künstlern und Künstlerkreisen, in denen Zimmermann schon so integriert ist, dass er einer der ihren geworden ist. Heidrun Bucher-Schlichtenberger